Welcher Filter ist der richtige?

Kleine Filter sind oftmals ungenügend



Warum muss der Filter denn überhaupt so groß sein? In Mitnahmemärkten werden doch viel kleinere Filter angeboten, die zumindest laut Angaben des Herstellers trotz kleinen Abmessungen für große Teiche ausgelegt sind. Hand aufs Herz, die Praxis ist leider sehr ernüchternd und wir kommen um einen großen und technisch ausgereiften Filter bei der Koipflege einfach nicht herum. Wer ein klares Teichwasser zur Koipflege schaffen möchte, ist auf einen groß dimensionierten und ausgereiften Teichfilter als Herzstück des Koiteiches angewiesen. Daher gleich zu Beginn der Teichplanungen den zwar oftmals großen und kostenintensiven Filter als Kernkomponente mit einplanen. Dann klappt es auch später mit den Fischen und Krankheiten durch schlechtes, bakteriell und organisch belastetes Wasser können vermieden werden. Wenn ich hier von Koiteichen schreibe, dann meine ich einen künstlich angelegten Teich ohne große Pflanzzonen, der einen hohen Besatz mit größeren und großen Koi hat. Groß - damit meine ich in der Regel Fische oberhalb von 40cm bis in Ausnahmefällen 100cm. Bedenken Sie dass auch die kleinen farbenfrohen neu eingesetzten Koi von 10 - 15cm nach 6 - 8 Jahren guter Pflege diese Größe erreichen! Eine weitere Faustregel: Pro ein bis zwei Kubikmeter Teichvolumen sollte maximal ein ausgewachsener Koi gepflegt werden.

GFK Mehrkammerfilter



Das sind die am meisten verbreiteten Filter in der Koiteichhaltung, richtig eingesetzt sind diese Filter gut verwendbar. Der klassische Aufbau eines solchen Filters beginnt mit der ersten Stufe dem Vortex. Dieser sollte möglichst groß sein und dient als Absetzkammer für Grobpartikel. Danach gelangt das Wasser in eine Bürstenkammer zur mechanischen Feinfilterung. Die weiteren 2 - 4 folgenden Kammern dienen zur biologischen Filterung. Hier werden Biomedien mit einer hohen Oberfläche, etwa faserige "Japanmatten" eingesetzt. In der letzten Kammer können auch chemische Adsorbergranulate wie Zeolithe, Phosphatbinder und vor allem Aktivkohle zur Gelbstoffbindung untergebracht werden. Gute Mehrkammerfilter wie der Tripond Modulfilter sind mit einem up-flow System ausgestattet. Das bedeutet dass das Wasser in den Filtermedien stets von unten nach oben aufsteigt. Dadurch werden Feinsedimente besser herausgefiltert und setzen sich in den Absetzkammern ab. Zur Reinigung sollte jede Filterkammer separat entleerbar sein. Das erleichtert eine schnelle Reinigung jeder einzelnen Kammer nach Bedarf. Der Reinigungsaufwand ist bei Mehrkammerfiltern höher als bei anderen Systemen. Vorteilhaft ist aber die große biologische Oberfläche in den Filterkammern, die Möglichkeit hier Filtermedien problemlos gegen neuartigere und bessere Medien zu tauschen und vor allem der günstige Anschaffungspreis. Für eine optimale Nitirifikation empfiehlt es sich jährlich zum Saisonstart einen Bakterienstarter zur Nachbeimpfung in den Filter zu geben.

Beadfilter mit Spaltfilter zur mechanischen Vorfilterung


Beadfilter sind geschlossene Druckfilter, die mit kleinen schwimmenden Kunststoffkügelchen gefüllt sind. Durch diese Füllung erhält der Beadfilter seine große biologisch wirksame Oberfläche. Nach Besiedlung der Kügelchen mit dem Biofilm erhöht sich die mechanische Feinstfiltration erheblich. Beim Rückspülen verwirbelt ein leistungsstarker Luftkompressor die sich verklebenden Filterkugeln und löst anhaftenden Schmutz ab. Das Schmutzwasser wird über eine Entleereinrichtung in die Kanalisation abgeführt. Der Wasserverbrauch ist etwas höher führt aber zu einem kleinen regelmäßigem Austausch, der noch keinem Koiteich geschadet hat. Daher ist dieses Filterverfahren eine gute mechanisch/biologische Filterkombination, die zudem bequem gereinigt werden kann. Große Partikel die in den Filter gelangen, können die Rückspüleinrichtung und Siebe im Filter verstopfen. Daher empfiehlt es sich hier einen mechanischen Vorfilter vor den Beadfilter zu schalten. In der Praxis werden zumeist Spaltfilter, die in Gravitation installiert werden vor dem Filter platziert. Ein Spaltfilter, auch Bogensieb genannt, ist innen mit einem Edelstahlsieb ausgestattet. Das Wasser fällt über die Siebplatte und gröbere Partikel rutschen langsam auf dem Sieb in eine Auffangschale. Der Schmutz kann von dort bequem entnommen werden. Im Spaltfilter sorgt ein aufwändiger Schwimmermechanismus, dass der Wasserspiegel entgegen dem Teich sich unterhalb des Siebes einpendelt. Von dort fördert eine trocken aufgestellte Pumpe das vorgeklärte Wasser in den Beadfilter. Neben der Filterung findet in Spaltfiltern eine gute Sauerstoffanreicherung über das Verrieseln durch die Siebplatte statt.

Vliesfilter



Beim Vliesfilter wird das Wasser von oben auf das Vlies, das muldenförmig auf dem Transportband liegt geleitet. Die einzige Möglichkeit für das Wasser weiter zu kommen ist der Weg durch das feinfasrige Vlies. Dabei bleiben Fest- oder Schmutzpartikel im Faserlabyrinth hängen. Das Vlies setzt sich langsam zu, dadurch wird die Filtration noch feiner. Durch das anstauen von Schmutz aus dem Teich kann weniger Wasser durch das Vlies abfliessen als zugeführt wird. Als Folge steigt der Wasserstand im Filter langsam an. Wenn eine bestimmte Marke erreicht ist, wird das Vlies ein kurzes Stück weiter transportiert und neues Vlies ab der Vliesrolle wird nachgezogen. Das verschmutze Vlies fällt in den Auffangbehälter und kann dort abtrocknen. Im Bereich des neuen nachgezogenen Vliesstückes besteht noch keine hohe Wassersäule und somit noch kein hoher hydrostatischer Druck. In diesem Anfangsstadium hat das Vlies noch die technische Durchlässigkeit des Vlieses (40-80 Micron). Folglich kann das Wasser beschleunigt ablaufen, bis das neue abgerollte Stück Vlies eine gewisse Schmutzsättigung aufweist. Durch diesen Vorgang wird ein gewünschter unregelmässiger Wasserfluss in der Biostufe erreicht, der "tote Bereiche" verhindert. Der Wasserstand hat sich nun um einige cm reduziert, - das Transportband stoppt. Wenn der neue Vliesabschnitt an der tiefsten Stelle angekommen ist (höchster hydrostatischer Druck vorhanden), ist das Vlies bereits gut mit einem "Filterkuchen" versehen - eine optimale Filtration findet statt! Dieser Prozess geht bis an den Punkt wo das Vlies dicht ist (0 Micron). Nach dieser mechanischen Stufe gelangt das geklärte Wasser in eine nachgeschaltete Bioeinheit. Dieses Filterverfahren schafft sehr klare Wasserverhältnisse, durch den Vliesverbrauch entstehen aber nicht gerade geringe Folgekosten. In der Praxis werden pro Jahr zwischen 8 - 12 Rollen Vlies benötigt.

Trommelfilter, High Tech Filterung in der Premiumklasse

(Beschreibung am Beispiel des Tripond Trommelfilter)



Das zu reinigende Wasser strömt über den Einlaufstutzen in eine Vorkammer und von dort in den Innenraum der Siebtrommel. Es durchströmt - nach außen abfließend - die Siebbespannung und wird dabei gereinigt. Danach fließt es - über das Auslaufschott - in die Ausströmkammer. Von dort tritt das gereinigte Wasser über den Ausströmstutzen wieder aus. Die am Sieb zurückgehaltenen Partikel, werden (bei Bedarf) während des laufenden Betriebes, automatisch, mittels eines scharfen Wasserstrahls abgesprüht, in einer Rinne aufgefangen und über die Schmutzwasserleitung abgeleitet. Das Spülwasser wird dabei direkt aus der Filterkammer entnommen.
Die Konstruktion mit Einlaufkammer und Pegelmessung im Einlauf, befördert eine weitgehend gleichmäßige und sanfte Siebanströmung.
Zusammen mit der speziellen Geometrie der Trommelstreben, die eine Art Schöpfwerk bilden, ist damit gewährleistet, dass das Siebgut schnell und weitgehend unzerstört entfernt wird. Hierbei handelt es sich um die teuerste Form der Teichfilterung, allerdings auch um die beste Version. Die Vollautomatik kommt einem Autokauf gleich. Wer es sich leisten kann und dieses Verfahren mit einer großen Bioeinheit kombiniert wird allerdings auch bei sehr starkem Fischbesatz optimale Wasserverhältnisse erzielen. Der Wasserverbrauch beim Spülen ist hier vergleichsweise gering.

Süsswasserabschäumer



Der Abschäumer kombiniert 3 verschiedene Filtersysteme, biologisch, mechanisch und chemisch (Modell Fallstromabschäumer). Durch Unterdruck vor der Pumpe wird Luft mit Wasser gemischt. Im oberen Teil entsteht ein Überdruck, wo das Wasser über Tropfkörper strömt. Durch eine speziell gefräste Lochplatte wird der Schaum vom Wasserfluss getrennt, und steigt wie beim Seewasserabschäumer nach oben heraus.
Durch die Oberflächenspannung der Luftblasen werden im Wasser gelöste Stoffe angezogen. Durch diese Anziehungskraft werden Chemikalien, Schmutzpartikel, Farbstoffe und Algen konzentriert und ergeben den Schaum. Das Prinzip der Abschäumung wird in Seewasser schon seit Jahren praktiziert. Durch die Bauweise des Abschäumers ist es heute auch möglich in Süßwasser Proteine abzuschäumen. Abschäumer sind Zusatzfilter und da sinnvoll, wo hohe Belastungen auftreten, etwa in Quarantäne und Hälterung sowie in sehr dicht besetzten Teichen.

UVC-Licht klärt das Wasser



Wenn der Teich nun durch die gute Filterung biologisch stabil ist wird sich eine Alge in Massen vermehren. Insbesondere im Frühjahr bei steigenden Temperatur färbt sich das Teichwasser durch einzellige Schwebealgen grün. Die Algen nutzen die Gunst der Stunde und verarbeiten Nährstoffe, die im Herbst und Winter durch Zersetzungsprodukte freigesetzt werden. Da noch kein Pflanzenwachstum in Konkurrenz um die Nährstoff steht können sich die Schwebealgen explosionartig vermehren und färben das Teichwasser grasgrün. Für die gepflegten Fische ist das nicht schädlich. Aber grünes Wasser ist nicht erwünscht. Eine UVC Lampe schafft Abhilfe und ca. 2 Wochen nach dem Zuschalten eines UV Lichtes verschwinden die Algen wieder. Wir benötigen 3 - 5 Watt UV-Leistung pro Kubikmeter Koiteich, dann gibt es keine Probleme. Durch die UVC-Bestrahlung mit 258 nm wird die DNA von Algen, Viren, Bakterien und Schimmelpilzen beschädigt. Diese Keime sterben in Folge ab. Eine UV-Lampe gehört zur Grundausstattung des Koiteiches.

Beheizung des Koiteichen



Koi sind eigentlich mutierte Karpfenfische und daher grundsätzlich in unseren Klimaten voll überwinterungstauglich. Doch handelt es sich bei einem Koi nicht mehr um einen Wildfisch. Das Herauszüchten bestimmter Merkmale wie Farbe und Beschuppung führt zu einer geringeren Robustheit im Vergleich zu einem Goldfisch oder Karpfen. Da Koi seit Generationen (ca. 180 - 200 Jahre) in Japan, ja z.T. in tropischen Regionen wie Thailand und Malaysia gezüchtet werden, haben diese sich den dortigen Klimaverhältnissen angepasst. Daher macht die Beheizung des Koiteiches im Winter durchaus Sinn. Im Niigata Gebirge im Norden Japans beispielsweise gibt es schneereiche Winter. Im Gegensatz zu unseren Klimaten frieren die Teiche aber nur selten zu. In Folge wird das Teichwasser nicht so kalt wie in unseren Breitengraden. Und in den tropischen Ländern ist es ganzjährig warm. Ein Koiteich wird im Winter auf rund 6 - 8 Grad C. aufgeheizt. Darüber hinaus wäre eine Beheizung schlicht weg Energieverschwendung.
Die Wassertemperatur in einem 1,5 - 2 mtr. tiefen Teich pendelt sich naturgemäß am Grund auf 4 Grad C. ein. Nur die Oberfläche friert zu und das Wasser wird dort kälter. Wenn wir den Teich beheizen, dann sollte diese an der Wasseroberfläche abgedeckt werden. Man achte dann auf eine ausreichende Belüftung des Teichwassers: Ein Vorteil ist neben der besseren Vitalität und Gesundheit der Fische die Möglichkeit die Filteranlage über den Winter durchlaufen zu lassen. Die wichtigen Bakterienstämme bleiben also erhalten. Minimal können die Fische den Winter über mit einem auf diese Jahreszeit angepassten Futter mit Nahrung versorgt werden. Denn der sterile Koiteich bietet keine Reserven, wie Insektenlarven und Wasserpflanzen, die dem Karpfen im Naturteich als Nahrung dienen würden. Der minimal beheizte Teich bietet für die Fische erhebliche Gesundheitsvorteile und sichert das Überleben der ja nicht immer ganz preiswerten Fische auch bei strengen und langen Wintern. Gefährlich für die Fische ist die Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr. Dann kühlt durch das abtauende Eis das Wasser weiter runter. Wind und Umwälzpumpen vermischen die Wasserschichten, der Teich kann so bis auf 1-2 Grad abkühlen. Dann werden Koi anfällig für Krankheiten.

Um das Teichwasser in der kalten Jahreszeit auf 6 - 8 Grad zu heizen, rechnet man im abgedeckten Teich mit 1KW je 4-5 Kubikmeter Wasser (gilt nur für hochwertige Heizelemente). Nicht erschrecken, die meisten im Handel angebotenen Heizelemente haben gute Wärmeübertragungsraten und es handelt sich ja nicht um Dauerheizer. Neuartige Wärmepumpen haben einen besseren Wirkungsgrad und helfen trotz der hohen Anschaffungskosten langfristig Strom zu sparen.

Belüftung



Alle Stoffwechselvorgänge zehren Sauerstoff im Teichwasser. Koi sind nicht sonderlich sauerstoffbedürftig, sollten aber bei 5 - 6 mg O2/Liter Teichwasser gepflegt werden. Mit zunehmender Wassertemperatur sinkt bekanntlich die Löslichkeit von O2 im Wasser. Parallel dazu steigt im Sommer der Futterbedarf, was zu einer Sauerstoffzehrung durch den biologischen Abbau führt. Dann macht die Belüftung des Teichwassers, aber auch der biologischen Filterkammern in den zuerst beschriebenen offenen Mehrkammerfiltern Sinn. Idealerweise erfolgt die Belüftung in den up-flow Schächten. Dann kann die Biologie ohne Beeinträchtigung durch die Sauerstoffblasen optimal arbeiten. Im Winter können durch eine Eisdecke oder Oberflächenisolierung ebenfalls O2 Mangelzustände auftreten. Daher ist der Koiteich am besten ganzjährig mit Membranpumpen zu belüften. Bei Sauerstoffengpässen kann kurzfristig mit Sauerstoff Aktiv einem Mangel vorgebeugt werden.

Schluss
Die Ausführungen machen deutlich, dass die optimalen Koiteichpflege doch mit einem Aufwand verbunden ist. Doch wie bei allen Leidenschaften und Hobbies sollte man es von Anfang an richtig machen und die technischen Komponenten in das Budget mit einplanen. Das dient bei der richtigen Auswahl der Gesundheit der Fische und der Freude des Pflegers. Spezialisierte Koifachhändler kennen sich in der Regel technisch gut aus und helfen gerne bei der Auswahl der notwendigen Filter, Pumpen und anderen technischen Komponenten.